FAQ

Fragen zum Das Friedensspiel

Warum mit dem Friedensspiel Frieden üben?

Gewalt ist in den letzten Jahren auf ein hohes Niveau gestiegen. Sie zeigt sich auf vielen Ebenen: als politisches Mittel, im Internet, in der Bahn, durch Übergriffe im häuslichen Umfeld oder als Gewalt gegen sich selbst.

Es braucht eine Trendwende.

Diese kann nicht allein von der aktuellen Politik erwartet werden. Sie muss auch aus der Gesellschaft heraus entstehen. Jeder ist eingeladen, sich darin zu üben, Konflikte bewusst und gewaltfrei zu führen. Das macht den eigenen Alltag lebenswerter und stärkt zugleich das Sowohl-als-auch-Verständnis und damit den Frieden in unserer Gesellschaft.

Was ist Das Friedensspiel?

Das Friedensspiel ist ein Kartenspiel und zugleich ein Trainingswerkzeug für bewusste Beziehungsgestaltung. Es schafft einen geschützten Raum, in dem du spielerisch erkunden kannst, wie eine Beziehung durch dein eigenes Handeln entsteht und sich verändert.

Im Spiel werden typische Beziehungsmuster sichtbar und damit bewusst gestaltbar. Du entwickelst ein Gespür dafür, wie je nach Situation friedenstüchtig zu handeln ist.

Das Friedensspiel ist als Lernreise angelegt, auf der du Schritt für Schritt mehr Klarheit, Selbstführung und Friedenstüchtigkeit entwickelst – für dich, deine Beziehungen und, wenn du mit Menschen arbeitest, auch für deine Klienten.

Ist das Friedensspiel etwas für dich?

Wenn du dich in einer dieser Situationen wiedererkennst, lohnt es sich, das Friedensspiel kennenzulernen.

  • Du fühlst dich ohnmächtig angesichts dessen, wie selbstverständlich Gewalt als politisches Mittel eingesetzt wird – und fragst dich, was du selbst für mehr Frieden tun kannst.
  • Du leidest unter dem gewaltvollen Verhalten eines Menschen und suchst nach Klarheit und Mut, dich daraus zu befreien.
  • Du bemerkst, dass es sich für dich gut anfühlt, wenn du andere abwertest – und möchtest verstehen, warum das so ist.
  • Du möchtest verstehen, warum manche Menschen unverrückbar auf ihren Positionen verharren.
  • Du kennst Gespräche, die plötzlich kippen – und fragst dich später: Warum ist das eigentlich eskaliert?
  • Du merkst, dass sich bestimmte Konflikte oder Beziehungsmuster immer wiederholen – und möchtest verstehen, was dahinter steckt.
  • Du möchtest rechtzeitig erkennen, was in deinen Beziehungen passiert – um bewusst zu handeln, bevor sich Fronten verhärten.
  • Du möchtest in deinem Einflussbereich aktiv zu mehr Frieden beitragen.
  • Du suchst ein Trainingswerkzeug, mit dem du Beziehungsmuster mit deinen Klienten sichtbar und bewusst gestaltbar machen kannst.
Wie wird mit dem Friedensspiel Friedenstüchtigkeit aufgebaut?

Das Friedensspiel ist ein Kartenspiel, das als mehrstufige Lernreise aufgebaut ist. Wie bei einer Abenteuerreise betrittst Du unbekanntes Terrain und erschließt es Schritt für Schritt:

In Gedankenspielen bereitest du dich auf die Reise vor. Du lernst zentrale Begriffe kennen, öffnest neue Perspektiven und gewinnst Sicherheit. Wenn du das Spiel erklären kannst, bist du bereit, andere zu Übungspartien einzuladen.

In Übungsspielen testest du mit deinem Spielpartner unverbindlich verschiedene Wege. Du probierst neue Handlungsmöglichkeiten aus und erlebst, wie sie wirken. Wenn ihr die unterschiedlichen Beziehungskatzen einmal durchlebt und ihre jeweilige Dynamik verinnerlicht habt, seid ihr bereit, auch reale Konflikte mit den Karten durchzuspielen.

In Spielen mit realen Themen werden Karten mit rotem Rand gewandelt. So werden gewaltvolle Situationen entschärft und neue Wege öffnen sich. Statt gegeneinander vorzugehen, richtet sich der Blick auf einen gemeinsamen Schatz: die maximale Friedenssumme, die von allen getragen wird. Mit dem Heben dieses Schatzes zeigt sich das friedvollste Beziehungsmuster zum Thema, das alle bereit sind, im Alltag zu pflegen. Das im Spiel gefundene Beziehungsmuster kann im Alltag gemeinsam bewusst erprobt und gelebt werden, bis eine neue Thematisierung gewünscht wird.

Für andere zu spielen erweitert deine Kompetenz. Mit den Karten als Moderationswerkzeug kannst du Beziehungsmuster mit einem Fingerzeig sichtbar machen und Menschen dabei unterstützen, neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. So vertieft sich deine eigene Friedenstüchtigkeit, und andere finden leichter Zugang dazu.

Wie unterscheidet sich Friedenstüchtigkeit von Kriegstüchtigkeit?

Im Kontext des Friedensspiels beschreibt Friedenstüchtigkeit die menschliche Fähigkeit, potenziell gewaltvolle Beziehungsmuster frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. In einem zweiten Schritt geht es darum, gemeinsames Handeln zu entwickeln, das die Friedenssumme des gesamten Beziehungssystems maximiert.

Kriegstüchtigkeit hingegen bezeichnet die Fähigkeit eines Staates, Konflikte durch organisierte Gewalt eskalieren zu können, um eigene Interessen und Narrative durchzusetzen. Verluste auf der Ebene des gesamten Beziehungssystems werden dabei in Kauf genommen.

  • Kriegstüchtigkeit wird politisch entschieden und von oben organisiert. Friedenstüchtigkeit wächst von unten, im alltäglichen Handeln von Menschen.
  • Kriegstüchtigkeit formt Verhalten durch Druck und Angst. Friedenstüchtigkeit ist die Kompetenz zu gewaltfreiem Handeln, das Beziehungen befriedet.
  • Kriegstüchtigkeit zielt auf Stabilität durch Abschreckung. Friedenstüchtigkeit zielt auf Stabilität durch tragfähige Beziehungen.
  • Kriegstüchtigkeit reduziert Komplexität durch Feindbilder. Friedenstüchtigkeit hält Komplexität durch Perspektivvielfalt.
  • Kriegstüchtigkeit folgt einer Win-Lose-Denkweise, die zu einem Lose-Lose-Ergebnis eskalieren kann. Friedenstüchtigkeit folgt einer Win-Win-Denkweise.
  • Kriegstüchtigkeit folgt einem Entweder-oder-Beziehungsmuster. Friedenstüchtigkeit folgt einem Sowohl-als-auch-Beziehungsmuster.
  • Kriegstüchtigkeit reagiert aus dem eigenen Verständnis heraus. Friedenstüchtigkeit handelt aus dem Verständnis der Friedenssumme des gesamten Beziehungssystems.
  • Kriegstüchtigkeit reagiert auf Gewalt als Symptom. Friedenstüchtigkeit setzt früher an den Ursachen an, damit Gewalt gar nicht erst entsteht.
  • Kriegstüchtigkeit benötigt gewaltbereite Soldaten und hohe finanzielle Mittel. Friedenstüchtigkeit braucht Menschen, die Frieden praktisch üben, zum Beispiel mit dem Friedensspiel.
  • Friedenstüchtigkeit bedeutet nicht, nicht wehrhaft zu sein, sondern gewaltfrei zu handeln.
  • Friedenstüchtigkeit bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern sie bewusst zu nutzen.
  • Friedenstüchtigkeit bedeutet nicht, andere zu missionieren, sondern Mehrdeutigkeit wahrzunehmen, zu verstehen und tragen zu können.
Was ist der Unterschied zur Gewaltfreien Kommunikation (GFK)?

GFK und das Friedensspiel widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft vielen Menschen, einen tieferen Zugang zu ihren Gefühlen und Bedürfnissen zu finden. Das Friedensspiel macht sichtbar, wie Beziehungen als gemeinsames System entstehen und gestaltet werden können. Die wichtigsten Unterschiede zeigen sich dabei in drei Punkten:

Zwei Stufen | zwölf Stufen
Die GFK unterscheidet im Kern zwischen zwei Arten zu sprechen: der sogenannten Wolfssprache und der Giraffensprache. Sie hilft Menschen zu erkennen, ob Kommunikation eher gewaltvoll oder gewaltfrei ist. Zugleich zeigt sie, wie Kommunikation gewaltfrei gestaltet werden kann, und empfiehlt dafür das Vier-Schritte-Modell als grundlegende Vorgehensweise.

Das Friedensspiel arbeitet differenzierter. Es unterscheidet zwölf verschiedene Beziehungsmuster zwischen Gewalt und Frieden. Dadurch wird sichtbar, welche Dynamik gerade wirkt. Denn je nach Situation kann eine andere Vorgehensweise zu einer Verbesserung führen. Die an den Kontext angepasste Wahl der nächsten Handlung ist niederschwelliger als die Anwendung des Vier-Schritte-Modells.

Gefühle und Bedürfnisse | Schlüssigkeitsinn
Die Gewaltfreie Kommunikation richtet die Aufmerksamkeit nach innen auf Gefühle und Bedürfnisse. Menschen lernen wahrzunehmen, was sie fühlen und welche Bedürfnisse hinter ihrem Erleben stehen. Diese innere Wahrnehmung bildet die Grundlage dafür, wie sie sprechen und handeln.

Das Friedensspiel richtet die Aufmerksamkeit auf den Schlüssigkeitssinn. Spieler prüfen dabei unmittelbar, ob etwas für sie stimmig oder unstimmig erscheint, indem sie die einfache Frage „Wie erlebe ich mich?“ beantworten, zu der es sieben mögliche Antworten gibt. Durch das Umdrehen der entsprechenden Karte wird dieses Erleben sichtbar. Gleichzeitig entsteht eine kontextabhängige Orientierung dafür, wie die nächste Handlung gewählt werden kann. So bleibt Handlungsfähigkeit auch in Situationen erhalten, in denen es nicht passend erscheint oder die Kompetenz fehlt, Gefühle oder Bedürfnisse offenzulegen.

Zwei Perspektiven | vier Perspektiven
In der Gewaltfreien Kommunikation liegt der Fokus vor allem auf den Perspektiven der Menschen, die an einem Gespräch beteiligt sind. Ziel ist es, Gefühle und Bedürfnisse der jeweiligen Person sichtbar zu machen.

Das Friedensspiel erweitert diesen Blick um zwei weitere Perspektiven. Neben den beiden Perspektiven der Spieler kommt die Beziehung selbst als dritte Perspektive hinzu. Das Kommunikations- bzw. Beziehungsmuster wird als Beziehungskatze personalisiert. Dadurch wird sichtbar, welche Dynamik zwischen den Beteiligten wirkt.

Eine vierte Perspektive ist das Gesamtsystem. Sie wird als Friedenssumme sichtbar gemacht. Diese ergibt sich aus dem inneren Frieden der jeweiligen Spieler und dem sozialen Frieden der Beziehungskatze.

Die Perspektiven der Beziehungskatze und der Friedenssumme geben Orientierung für befriedendes Handeln, das aus der jeweiligen Einzelperspektive der Spieler oft verborgen bleibt. Aus diesen systemischen Perspektiven wird nachvollziehbar, wie auch Menschen, die grundsätzlich gesund und mit sich verbunden sind, in Gewaltspiralen geraten – und wie sich solche Dynamiken wieder auflösen lassen.

Was haben die schwarz-weißen Katzen mit dem Friedensspiel zu tun?

Beziehungen werden im Friedensspiel als Beziehungskatzen personalisiert. Ihre Musterung visualisiert die Qualität des sozialen Friedens, der zwischen dem schwarzen und dem weißen Spieler herrscht. Die Metapher der Katze ist bewusst gewählt. Wie Katzen verhalten sich auch Beziehungen und sozialer Frieden: Sie können überraschen und sind nicht vollständig kontrollierbar.

Gewalt zu Frieden ist in zwölf Stufen unterteilt. Sie werden durch unterschiedlich gemusterte Beziehungskatzen dargestellt und von BK-1 bis BK-12 durchnummeriert. Die in Reihe gelegten Beziehungskatzenkarten wirken wie ein Navigationssystem. Sie zeigen, wo eine Beziehung gerade steht, und geben Orientierung dafür, welche Handlung in der jeweiligen Situation hilfreich ist, um den nächsten Schritt in Richtung des friedvollsten Beziehungsmusters zu gehen – der getigerten Beziehungskatze (BK-12). Auf diese Weise wird die Herkulesaufgabe Frieden in einzelne überschaubare Herausforderungen untergliedert. Das schafft Orientierung und nimmt spürbar den Druck, alles perfekt machen zu müssen.

Gewalt zu Frieden ist in zwölf Stufen unterteilt. Sie werden durch unterschiedlich gemusterte Beziehungskatzen dargestellt und von BK-1 bis BK-12 durchnummeriert. Die in Reihe gelegten Beziehungskatzenkarten wirken wie ein Navigationssystem. Sie zeigen, wo eine Beziehung gerade steht, und geben Orientierung dafür, welche Handlung in der jeweiligen Situation hilfreich ist, um den nächsten Schritt in Richtung des friedvollsten Beziehungsmusters zu gehen – der getigerten Beziehungskatze (BK-12). Auf diese Weise wird die Herkulesaufgabe Frieden in einzelne überschaubare Herausforderungen untergliedert. Das schafft Orientierung und nimmt spürbar den Druck, alles perfekt machen zu müssen.

Wie bei einer Katze gibt es Momente der Distanz, der Auseinandersetzung oder der liebevollen Annahme. Allein das gemeinsame Herausfinden, welche Zwischenstufe beide Spielenden aktuell bereit sind, im Alltag zu pflegen, kann zu einer spürbaren Verbesserung der Beziehung führen.

Muss ich besondere Vorkenntnisse mitbringen?
Wie der Kauf einer Hantel allein noch keine Muskeln aufbaut, entfaltet auch das Friedensspiel seine Wirkung erst durch das Durchspielen der Gedanken- und Übungsspiele. Das Friedensspiel lädt dazu ein, Frieden auf einer Lernreise zu erkunden und im Alltag praktisch umzusetzen.

Nein. Das Friedensspiel erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Für den Überblick wird eine Schatzkarte im A2-Format mitgeliefert. Alle Begriffe und Abläufe werden auf den ersten zwölf Seiten des Kartensets erklärt, sodass ein Einstieg jederzeit und vom eigenen Erfahrungsstand aus möglich ist.

Wie der Kauf einer Hantel allein noch keine Muskeln aufbaut, entfaltet auch das Friedensspiel seine Wirkung erst durch das Durchspielen der Gedanken- und Übungsspiele. Das Friedensspiel lädt dazu ein, Frieden auf einer Lernreise zu erkunden und im Alltag praktisch umzusetzen.

Auf welchen Wirkprinzipien baut das Friedensspiel auf?

Die vier grundlegenden Wirkprinzipien sind Schlüssigkeit, Hybridisierung, selbstschaffende Systeme und Alternativen.
So wenig wie die Technik hinter einem Smartphone verstanden werden muss, um dessen Funktionen nutzen zu können, so wenig ist es notwendig, die theoretischen Grundlagen des Friedensspiels zu kennen, um Friedenstüchtigkeit aufzubauen. Wenn du trotzdem neugierig bist und die Wirkprinzipien und Theorien des Friedensspiels kennenlernen möchtest, lies gerne weiter.

Schlüssigkeit als Kompass inneren Friedens (Salutogenese), ergänzt durch rote Karten, die ungesunde oder gewaltvoll wirkende Formen sichtbar machen

Wenn Gefühle, Gedanken und Handlungen im Einklang mit der nahen Außenwelt sind, entsteht innere Schlüssigkeit. Wer auf der Yogamatte auf einem einsamen Berg meditiert, kann Schlüssigkeit erleben, so wie es auch ein überzeugter Soldat beim Erschießen des Feindes tun kann.

Schlüssigkeit fühlt sich richtig an und ist gesund – so beschreibt es Aaron Antonovskys Salutogenese. Im Friedensspiel symbolisiert der Grad innerer Schlüssigkeit den Grad des inneren Friedens. Wirklichkeitskugelkarten mit rotem Rand machen dabei ungesunde oder gewaltvoll wirkende Formen sichtbar. Damit lässt sich erklären, wie gesunde Menschen Konflikte so weit eskalieren lassen, dass das gemeinsam gepflegte Beziehungsmuster hohe Kosten verursacht, tiefes Leiden erzeugt und irreversible Zerstörung nach sich zieht. Friedenstüchtige Menschen lassen es nicht so weit kommen, weil sie aus der Perspektive der Beziehung und des Beziehungssystems frühzeitig erkennen, wann sich Dynamiken in eine gewaltvolle Richtung bewegen.

Das Spielen mit den Wirklichkeitskugel­karten, den Handlungskarten und den Beziehungskatzenkarten trainiert das Bewusstsein, potenzielle Gewalteskalationen bereits im Vorfeld zu erkennen und zu verhindern. Im Fall der sieben Wirklichkeitskugel­karten wird nur eine Frage gestellt: „Wie erlebe ich mich in meiner Wirklichkeitskugel?“ Der Spieler wählt die passendste Antwort für sich aus. Damit deckt er nicht nur den Grad des inneren Friedens auf, sondern auch punktuell jene Formen von Schlüssigkeit, die vermieden werden sollten, weil sie ungesund sind oder gewaltvoll wirken.

Schon das gedankliche Durchgehen der Wirklichkeitskugel­karten eröffnet den Zugang zu der Erkenntnis, dass das, was sich für einen selbst richtig und schlüssig anfühlt, dennoch gewaltvoll gegen sich selbst (WK-4) oder andere (WK-5) wirken kann.

Durch das Bewusstwerden von Hybridisierungen kann Verhalten in Handlung überführt werden (Akteur-Netzwerk-Theorie)
Dasselbe Ding kann unterschiedlich berührt werden.

Das Friedensspiel nutzt das Modell der Hybride aus Dingen und sozialen Akteuren aus der Akteur-Netzwerk-Theorie von Bruno Latour, um das aktuelle Beziehungsmuster einer Beziehungsgeschichte greifbar zu machen. Dafür werden zwei Phänomene gleichzeitig aufgeschlüsselt, sodass sowohl ihre jeweilige Entstehungsgeschichte als auch die Unterschiede zwischen ihnen thematisiert werden können. Jede Aufschlüsselung ist eine Momentaufnahme eines Hybrids im aktuellen Spielzug. Sie hilft, Verhalten zu verstehen und eröffnet damit den Raum für bewusstes Handeln.

Ein und dasselbe Ding kann ganz unterschiedlich berührt werden. Eine Waschmaschine wird in einem anderen Zusammenhang zu Baumaterial für Raketen. Für die einen bedeutet Aufrüstung mehr Sicherheit, für die anderen ein höheres Risiko. Die gleiche Impfung hält den einen gesund und macht den anderen krank. Dasselbe Ding wird unterschiedlich genutzt, gesehen und erlebt und erzeugt dadurch unterschiedliche Phänomene, also unterschiedliche Hybride.

Solange nur über Phänomene gestritten wird, verhalten wir uns wie eine einfarbige Figur. Wir reagieren, prallen aufeinander und werden geschoben. In dem Moment jedoch, in dem verstanden wird, wie Dinge, Menschen und Phänomene zusammenspielen, öffnet sich eine neue Perspektive. Es ist die Perspektive des aktiven Spielers, der das schwarz weiße Spielfeldmuster überblickt und seine nächste Handlung bewusster wählen kann.

Solange nur über Phänomene gestritten wird, verhalten wir uns wie eine einfarbige Figur. Wir reagieren, prallen aufeinander und werden geschoben. In dem Moment jedoch, in dem verstanden wird, wie Dinge, Menschen und Phänomene zusammenspielen, öffnet sich eine neue Perspektive. Es ist die Perspektive des aktiven Spielers, der das schwarz weiße Spielfeldmuster überblickt und seine nächste Handlung bewusster wählen kann.

Das Friedensspiel nutzt die Aufschlüsselung eines Hybrids, also eines Phänomens, durch die Darstellung von drei Pfeilen, um die jeweilige Handlungskarte zu beschreiben. Die Beziehungskatzenkarten führen unterschiedliche Arten von Unterschieden zwischen Phänomenen ein und thematisieren deren Umgang. So werden verschiedene Beziehungsmuster greifbar, die jeweils eine andere passende Handlung benötigen, um sie einen Schritt in Richtung Frieden zu führen. Auf diese Weise wird die Herkulesaufgabe Frieden in mehrere kleine, gehbare Schritte transformiert. In den kostenfreien Onlineseminaren wird vertiefend in die Wirkkraft und Darstellung von Hybriden in Netzwerken eingeführt.

Das Muster selbstschaffender Systeme als Gradmesser für sozialen Frieden (Allgemeine Systemtheorie)

Die Beziehungskatze steht im Friedensspiel für sozialen Frieden. Sie macht Beziehungsmuster sichtbar und personalisiert die gemeinsam gepflegte Beziehung als eine launige Katze.

Indem das Friedensspiel die beiden singulären Perspektiven der Spielenden um die gemeinsame Perspektive einer launigen Beziehungskatze erweitert, wird eindeutig sichtbar, dass für Gewalteskalation beide Seiten Verantwortung tragen. Je früher diese Dynamik erkannt und das eigene Handeln daran ausgerichtet wird, desto kostengünstiger können Konflikte bearbeitet werden.

Der Ukraine-Krieg kann dafür als Beispiel dienen. Wie viele Eskalationsstufen hätten vermieden werden können, wenn die Forderung des Russlandbeauftragten der Bundesregierung in den Jahren 2014 bis 2018 Eingang in konsequentes politisches Handeln gefunden hätte? Es gäbe heute weder die Narrative vom Angriffskrieg noch von der Sonderoperation, die Bundesregierung hätte weniger Sondervermögen auflegen müssen, die Ukraine verfügte über eine intakte Stromversorgung und viele gesunde Menschen würden noch leben.

Dr. h. c. Erler spricht in seinem Geleitwort 2019 von 10.400 Todesopfern im Ukrainekonflikt seit 2004 und von einem opferreichen Krieg seit 2014 inmitten Europas. Das Eskalationsrad dreht sich seit 2014 verlässlich in eine Richtung. Er fragte in Moskau und Brüssel nach einer Begründung für diesen ungebremsten Anstieg und hörte von beiden Seiten das Gleiche: „Wir reagieren nur auf die anderen!“ Er forderte, endlich den Hebel umzulegen, um einen Deeskalationsprozess einzuleiten. Erler, G.S. (2019) ‚Geleitwort‘, in: Gießmann, H.J. & Rinke, B. (Hrsg.) Handbuch Frieden. 2., aktualisierte und erweiterte Aufl. Wiesbaden: Springer VS, S. V–VIII. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-658-23644-1 

Die Beziehungskatze symbolisiert ein selbstschaffendes System im Sinne der Allgemeinen Systemtheorie von Niklas Luhmann. Das bedeutet zum einen, dass es eine gewalteskalierende Beziehungskatze nur gibt, wenn sie von beiden Spielenden gepflegt wird. Eine einzelne Person kann somit ein bestimmtes Beziehungsmuster verhindern. Auf der anderen Seite lässt sich keine bestimmte Beziehungskatze erzwingen, sondern lediglich dazu einladen.

Wer eine Katze hat, weiß, dass sie ihren eigenen Willen besitzt und oft anders als erwartet auf Beziehungsangebote reagiert. Manchmal zieht sie sich zurück, manchmal kratzt sie und manchmal sucht sie in unerwarteten Momenten Nähe. Genauso überraschend können sich die Muster der Beziehungskatzen verändern und damit das Beziehungsmuster. Der Art des Musters, also der Struktur des Systems, kann jedoch jeweils genau eine Beziehungskatzenzahl von BK-1 bis BK-12 zugeordnet werden. Dadurch wird nicht nur offengelegt, wie gewaltvoll oder wie friedvoll eine Beziehung aktuell ist, sondern die Wirkkraft von friedensstiftender Maßnahmen ist über die BK-Zahlen messbar und wissenschaftlich überprüfbar.

Wer eine Katze hat, weiß, dass sie ihren eigenen Willen besitzt und oft anders als erwartet auf Beziehungsangebote reagiert. Manchmal zieht sie sich zurück, manchmal kratzt sie und manchmal sucht sie in unerwarteten Momenten Nähe. Genauso überraschend können sich die Muster der Beziehungskatzen verändern und damit das Beziehungsmuster. Der Art des Musters, also der Struktur des Systems, kann jedoch jeweils genau eine Beziehungskatzenzahl von BK-1 bis BK-12 zugeordnet werden. Dadurch wird nicht nur offengelegt, wie gewaltvoll oder wie friedvoll eine Beziehung aktuell ist, sondern die Wirkkraft von friedensstiftender Maßnahmen ist über die BK-Zahlen messbar und wissenschaftlich überprüfbar.

Alternativen als dritter Weg, wenn Gewalt unerwünscht ist und Gespräche Konflikte verschärfen (Orthogonale Gesellschaftsführung)

Orthogonale Gesellschaftsführung eröffnet einen Weg aus der Machtlosigkeit hin zur aktiven Gestaltung einer gemeinsamen Lebenswelt. Sie wirkt nicht durch Durchsetzung oder Einigung, sondern durch die Erhöhung der Alternativen, mit wem andere oder man selbst Beziehungskatzenpflege betreiben kann.

Ein schreckliches negatives Beispiel ist der aktuelle Bürgerkrieg im Sudan. Die Gewalt hat zu einer der schlimmsten humanitären Krisen der Welt geführt. Millionen Menschen sind vertrieben, Schulen und Krankenhäuser zerstört. Tausende Kinder sind auf der Flucht, andere schaffen es nicht und werden Opfer der Gewalt. Entweder wird ihnen Gewalt angetan oder sie werden rekrutiert, um selbst Gewalt auszuüben. Gewalt wird für diese Kinder zur einzigen verfügbaren Wahl. Anstatt mit Gewalt dagegen anzugehen oder über langwirigen Verhandlungen zu versuchen Frieden zu schaffen, gibt es noch den dritten Weg. Nur durch das Anbieten echter Alternativen zur Gewalt können diese Kinder und auch Soldaten wählen, eine friedvollere Beziehungskatze zu pflegen.

Mit diesem krassen Beispiel soll der Denkraum geöffnet werden, dass Menschen, die keine Alternativen zu Gewalt haben, von außen gewaltfreie Alternativen angeboten bekommen und aus meiner Sicht auch angeboten bekommen sollten. Dazu gehören unter anderem Frauenhäuser und organisierte Kriegsdienstverweigerung.

Neben dem organisierten Anbieten von Alternativen kann jeder selbst mit seinen Füßen abstimmen, mit wem er nicht und mit wem er bereit ist, eine bestimmte Beziehungskatze zu pflegen.

Matix der Führung von Daniel Juling

Der Begriff der orthogonalen Gesellschaftsführung stammt aus der Matrix der Führung von Daniel Juling. Diese Matrix besteht auf der einen Achse aus fünf Führungsebenen: Selbstführung, Menschenführung, Projektführung, Organisationsführung und Gesellschaftsführung. Auf der anderen Achse unterscheidet sie zwischen autokratischer Führung, interaktiver Führung und orthogonaler Führung.

Orthogonal bedeutet rechtwinklig bzw. unabhängig voneinander und beschreibt im Führungskontext ein Vorgehen, das nicht entlang bestehender Konfliktlinien und Verhandlungsebenen wirkt, sondern quer dazu neue Handlungsräume eröffnet.

Auf gesellschaftlicher Ebene bedeutet ein dritter Weg, Alternativen zu ermöglichen, die nicht an bestehende Gewalt-, Abhängigkeits- oder Eskalationslogiken gebunden sind. Statt Konfrontation oder endloser Verhandlung entstehen entkoppelte, eigenständige Lebenswelten, die Menschen freiwillig wählen oder verlassen können. Es ist eine innovative Form von Demokratie, in der jederzeit mit den Füßen abgestimmt werden kann.

Die Idee dahinter ist einfach: Je mehr zwischen unterschiedlichen Lebenswelten gewählt werden kann, desto leichter fällt es, eine zu wählen, die zum eigenen Erleben passt. Gleichzeitig steigt die Resilienz der Gesellschaft gegenüber einer ungewissen Zukunft, weil Abhängigkeiten zwischen Lebenswelten reduziert sind und die Auswirkungen eines heute noch unbekannten großen Ereignisses begrenzt bleiben.

Was groß und theoretisch klingt, findet im Alltag bereits in Teilen statt. Unternehmen sind entkoppelte Lebenswelten, denen man sich anschließen kann oder nicht. Der Wechsel von einer belastenden zu einer passenderen Arbeitsumgebung kann das eigene Leben spürbar verbessern. Eine regionale Kreislaufwirtschaft oder die eigene Stromerzeugung reduzieren Abhängigkeiten. Je mehr Haushalte ihren Strom selbst produzieren, desto weniger bringt eine Störung das gesamte System aus dem Gleichgewicht.

Im Friedensspiel werden autokratische, interaktive und orthogonale Führungsweisen praktisch erfahrbar, ohne namentlich benannt zu werden. Je nach aktuellem Beziehungsmuster kann Konfrontation, eine gemeinsame Vereinbarung oder das Eröffnen einer entkoppelten Alternative dazu beitragen, eine nachhaltige und friedvolle Lösung zu finden.

Es gibt keine allgemein gültige richtige Führungsart, sondern nur eine, die zur jeweiligen Situation passt. Welche das ist, wird im Friedensspiel praktisch eingeübt.

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Wie komme ich zu den internen Friedensspiel Foren?

Indem du Das Friedensspiel kaufst und dein Benutzerkonto aktivierst, erhältst du Zugang zum internen Forum.

Während des Kaufprozesses wird automatisch ein Benutzerkonto für dich angelegt. Dieses Konto ist zunächst inaktiv und wird erst nutzbar, sobald du es aktivierst. Dafür wird dir eine separate Aktivierungs-E-Mail zugeschickt. Dieses Vorgehen vereinfacht den Kaufprozess, ist rechtskonform und stellt sicher, dass die Foren nur von Personen genutzt werden, die das Friedensspiel tatsächlich gekauft haben.

Wie bekomme ich eine Frage beantwortet, die noch nicht in der FAQ steht?

Schicke mir deine Frage einfach per E-Mail an FAQ(at)das-friedensspiel.de oder stelle sie in einem passenden internen Forum des Friedensspiels.

Ich sammle alle Fragen, beantworte sie nach & nach und ergänze daraus laufend die FAQ.